Newsletter Dezember 2014


 
Liebe Mitglieder, liebe Paten und liebe Freunde,
 
 
bei unserem letzten Besuch in Msambweni durften wir uns wieder an so vielen interessanten, bewegenden und ermutigenden Begegnungen erfreuen!
 
Hier zunächst eine Kurzübersicht über die wichtigsten Fakten und Ereignisse, danach der ausführliche Bericht für alle, die sich für die näheren Einzelheiten interessieren:
 
Wir haben zurzeit 48 Patenkinder!
Davon sind 30 Kinder an der Karama-Schule in Msambweni
11 Kinder besuchen die High-School an verschiedenen Orten
6 Kinder gehen in die staatliche Schule
1 junger Mann macht eine Ausbildung zum Fachhandwerker.
 
 
Im Jahr 2014 halfen wir außerdem mit folgenden Aktivitäten:
- In der Karama-Schule führten wir zunächst Näh- und Häkelkurse durch und spendeten dann 3 Nähmaschinen und viel Material.
- Eine Familie erhält Existenzgründungshilfe durch die Finanzierung eines Hühnerstalls mit der gesamten Grundausstattung.
- Eine andere Familie bekommt ein Kälbchen als Grundlage für spätere Milch- und Rinderhaltung.
- Viele kleinere spontane Einzelfallhilfen für Menschen im Dorf.
 
 
Unser neues Projekt, die Unterstützung des Waisenhauses Pehucci in Nairobi, wird von Familie Groshaupt begleitet. Aktuelle Einzelheiten zu diesem Projekt finden Sie im extra-newsletter auf unserer homepage.
Auch mithilfe großzügiger Einzelspenden konnten wir solche Projekte durchführen - herzlichen Dank allen Spendern, Mitgliedern und Paten!
 
Im Jahr 2014 haben sich wieder neue Mitglieder und neue Paten bereit erklärt, unsere Arbeit zu unterstützen, so dass wir auch weiterhin Kinder nach der Grundschule auf die weiterführenden Schulen bzw. in eine Ausbildung schicken können!
 
Bitte schauen Sie auch in unserer Homepage weitere Fotos und ausführliche Berichte zu den einzelnen Projekten an.
 
 
Hier die ausführlichen Berichte über die Aktivitäten in Msambweni:
 
Sechs mal waren Mitglieder des Kenia-Freunde-Vorstands dieses Jahr in Kenia, in unterschiedlichen Besetzungen.
Jede Gruppe hatte ihre besonderen Erlebnisse, aber allen gemeinsam war das Interesse am Wohlergehen der uns anvertrauten Kinder.
 
Januar:
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Martina Jacobi lebt mit einer Kollegin drei Wochen lang im Gästehaus der Karama-Schule und organisiert den Unterricht im Nähen und Häkeln. Da es so gut angenommen wird, entscheiden wir uns, 3 Nähmaschinen für die Schule zu kaufen. Eine Frau aus dem Dorf kann nun halbtags beschäftigt werden, um die Nähkurse weiterzuführen. Die Schuluniformen können ab sofort direkt in der Schule hergestellt und günstig erworben werden, die Kinder haben großen Spaß an der neu erlernten Fertigkeit.
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Ein neues Patenkind, Ajmi, darf die Karama-Schule besuchen. Er ist der Bruder von Siti, eines unserer Mädchen, die wir schon seit 4 Jahren begleiten.
 
Michael Schmid lernt eine Familie mit 6 Kindern kennen und sorgt nach einigen guten Gesprächen dafür, dass vier der Kinder ab sofort in den Kindergarten bzw. in die Schule gehen können. Eine Familie aus Deutschland erklärt sich spontan bereit, die Patenschaft für diese Familie zu übernehmen.
Februar:
 
Eva Köder-Schmid ist mit einer Gruppe in Msambweni und besucht unsere Patenkinder in unserer Partner-Schule. Alle besuchen regelmäßig die Karama- Schule, und wir spüren die Freude und die Dankbarkeit der Kinder und deren Eltern.
 
Wir übernehmen eine neue Patenschaft für die 16-jährige Beatrice. Sie ist das 7. Kind in ihrer Familie und darf nun als erstes und einziges der Kinder die 4- jährige High-School besuchen. Auch für Beatrice finden wir spontan Paten in Deutschland.
 
 
Juni:
 
Bei der Schöckinger Dorfmeile gestalten wir einen tollen Stand mit mittelalterlichem Ambiente, der Verkauf von Met-Cocktails und Waffeln macht allen Riesenspaß, die Festbesucher können sich über unsere Arbeit informieren und überdies kommt auch noch ein schöner Überschuss für unsere Vereinsarbeit dabei heraus!
 
 
Juli:
 
Eva nimmt nach intensiven Gesprächen zwei weitere Patenkinder für den Besuch der Karama-Schule auf. Den Familien dieser Kinder ist eine gute Schulausbildung sehr wichtig, sie können sich aber den Besuch der Privatschule nicht leisten. Im Laufe des Sommers erklären sich genügend Menschen in Deutschland bereit, Paten für die Kinder zu werden.
 
 
November:
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Wir nehmen noch zwei Patenkinder in die Karama-Schule auf: die Kinder des Fischers Marjam, 8 Jahre, und Abdullah, 5 Jahre, dürfen ab Januar in die Karama-Schule gehen. Für sie haben wir schon Paten gefunden.
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Wir sind zur Schuljahres-Abschlussfeier in der Karama-Schule eingeladen.
 
Das ist ein rauschendes Fest mit vielen Ehrungen, bei dem jede der 8 Schulklassen einen Tanz, ein Lied oder eine lustige Aufführung darbietet. So viel Farbenpracht und Freude, wie wir hier erleben - und so viele Eindrücke:
Das Geschenk für die Klassenbesten wird mit großer Geste überreicht: Ein Schulheft und ein Viertelliter Milch. Ich muss die Tränen unterdrücken bei dem Gedanken, was unsere Kinder zuhause bei kleineren Anlässen an Geschenken bekommen.
 
 
Drei unserer Patenkinder, Binti, Rama und Sammy haben es geschafft: die Schule ist erfolgreich abgeschlossen, der Weg in die Zukunft liegt offen vor ihnen.
Besonders freuen wir uns über Binti, die als Schulbeste abschneidet. Überhaupt dürfen wir erfahren, dass viele unserer Kinder bei den Klassenbesten sind. Rektor Andrew erklärt das so, dass diese Kinder sehr genau wissen, dass sie ein besonderes Glück haben, von wildfremden Menschen aus Deutschland diesen Schulbesuch finanziert zu bekommen. Entsprechend hoch sei die Wertschätzung und die Lernbereitschaft dieser Kinder.
Binti und Sammy dürfen Dank der Hilfe der Kenia-Freunde die weiterführende Secondary-Schule besuchen, für Rama Ali kann die eigene Familie mittlerweile selbst sorgen.
 
Einige unserer Patenkinder, z. B. Richard, Isaac und Marjam, haben kein Elternhaus, in das sie in den Ferien oder an freien Wochenenden gehen können. Für sie sorgt in liebevoller Weise Monika Ndoli, eine langjährige Bekannte aus Ukunda: Die Jugendlichen leben in dieser Zeit in Monikas Familie mit, sie dürfen Familie und Geborgenheit erleben und werden von Monika gut betreut. Wir unterstützen Monika mit einer Beteiligung an den Lebensmittel- und Kleiderkosten für diese Kinder.
 
 
Mit einem anderen Schulabgänger gehen wir einen für uns neuen Weg:
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Rama, rechts, mit seinem Bruder Sammy
Rama ist ein junger Mann aus dem Dorf, den wir schon lange kennen und der sich und seinen jüngeren Bruder Sammy in eigener Verantwortung durchs Leben trägt. Er hatte die Schulausbildung an der staatlichen Schule erfolgreich durchlaufen, konnte aber danach keine Arbeitsstelle finden.
Anders als in Deutschland, wo die jungen Menschen dafür bezahlt werden, dass sie einen Beruf erlernen dürfen, kostet die Ausbildung in Kenia viel Geld. So viel, dass sich die Mehrheit der ländlichen Familien das nicht leisten können. Rama kam nun auf uns zu und erklärte uns seinen großen Wunsch:
Nachdem er nun fast ein Jahr lang mit Tages-Aufträgen auf einer größeren Baustelle seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht verdienen konnte, fand er heraus, dass es in der Nachbarstadt einen Ausbildungsgang gibt, wo er "Building and Construction" also so etwas wie "Fachhandwerker im Baugewerbe" lernen kann.
Diese Ausbildung dauert zwei Jahre und kostet 250 Euro pro Jahr, inbegriffen sind auch die Unterkunft und eine Mahlzeit pro Tag. Rama konnte uns überzeugen, dass er sehr motiviert ist, er legte uns die kompletten Anmelde-Formulare vor und erklärte uns, dass er nach dieser Ausbildung eine große Chance auf einen festen, guten Arbeitsplatz habe.
So entschlossen wir uns spontan, ihm diese Ausbildung zu finanzieren. Wir werden ihn in dieser Zeit begleiten, ihn treffen und uns berichten lassen.
 
Es wäre sehr schön, wenn wir für Rama Paten finden, die sich bereiterklären, seine Ausbildungskosten zu tragen.
 
 
Und wir haben einen weiteren neuen Weg eingeschlagen:
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Ein Kalb für die Familie
Die 8-köpfige Familie, deren Kindern wir den Besuch von Kindergarten und Schule wir durch Kleidung, Schulsachenkauf und Gebühren ermöglichen, hat leider immer noch keine eigene Einnahmequelle gefunden.
 
Sie lebt auf denkbar einfache Weise in einer Hütte. In dieser Gegend gibt es viel Grün und saftiges Gras. Das brachte uns und unsere Helfer vor Ort auf die Idee, ein Kälbchen für die Familie zu kaufen.
 
Mithilfe der Nachbarn können die Eltern lernen, mit dem Tier umzugehen, und später wird es trächtig werden und Milch geben. Die Hoffnung ist, dass mit der Zeit mit Kalb, Rind und Milch eine selbständige Verdienstmöglichkeit erschlossen wird.
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Ein weiterer Grund zur Freude ist für uns der Besuch bei Jane und ihrer Familie:
Vor einem Jahr hatten wir den Versuch gewagt, sie mit einer Existenzgründungshilfe für einen Hühnerstall auszustatten. Was wir nun sahen, war eine große Zufriedenheit bei allen Beteiligten. Das Hühnerhaus kann zurzeit 100 Hühner beherbergen, ein Zuchtstall für Junghühner steht bereit, die erste Generation ihrer Hühner begann im September zu legen, und Jane kann täglich auf dem Markt ca 70 Eier verkaufen. Jane begrüßte uns inmitten ihrer Hühnerschar stolz mit einer Steige frisch gelegter Eier.
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Natürlich ist die Vereinsarbeit mit den Besuchen in Msambweni nicht erledigt:
Zuhause angekommen, berichten wir Ihnen gerne von solchen Aktivitäten. Gelegentlich schaffen wir es auch, einzelne Paten mit Nachrichten über "Ihre" Kinder zu versorgen. Von daheim aus gilt es, die Aufgaben und Aktivitäten in den Vorstandssitzungen zu planen, Verwaltungsarbeiten zu leisten, Ihre Spenden auf die richtigen Wege zu leiten, die Schulgelder pünktlich zu überweisen und Kontakt zu den Betreuern der Kinder vor Ort zu halten, Briefe oder emails der Kinder weiterzuleiten, unseren Stand auf dem Schöckinger Dorffest zu betreuen, einen Kenia-Info-Abend zu organisieren und und und.
 
Da alle diese Aufgaben ehrenamtlich und in der Freizeit geleistet werden, bitten wir Sie um Verständnis, wenn Sie mal länger nichts von uns hören! Wir bemühen uns sehr, schaffen es aber nicht immer, aktuell von einzelnen Kindern zu berichten. Bitte haben Sie keine Hemmungen, einfach nachzufragen, wenn Sie etwas Aktuelles wissen möchten!
Und noch ein Hinweis: Wir werden immer wieder gebeten, Sachgeschenke für die Patenkinder mitzunehmen. Mit der zunehmenden Zahl der Kinder wird uns dies aber künftig nicht mehr möglich sein, da das zulässige Gepäckgewicht von den Fluggesellschaften ja sehr knapp bemessen ist. Wenn Sie Ihrem Patenkind also zusätzlich zum Schulgeld eine Freude machen möchten, können Sie uns gerne einen kleinen Geldbetrag spenden, und wir besorgen dann vor Ort etwas für Ihr Kind.
 
 
Hier kurz zusammengefasst Ihre Hilfsmöglichkeiten über die Kenia-Freunde:
- Sie werden Mitglied im Verein und bestimmen selbst die Höhe des jährlichen Beitrags ab 30 Euro
- Sie übernehmen eine Patenschaft und bezahlen den jährlichen Schulkostenanteil von 150 Euro
- Sie spenden einmalig einen beliebigen Betrag und überlassen uns die Entscheidung, für welche Hilfsaktion oder welches Kind wir das Geld einsetzen.
 
 
Im Namen aller Kinder und deren Familien danken wir ganz herzlich für Ihre Hilfe, Ihre Mitarbeit und Ihr Mitdenken!
 

 
Für den Vorstand der Kenia-freunde saidia leo e.V.:
 
Eva Köder-Schmid, Martina Jacobi, Anita Gommel, Marion Kraus, Monika Liebendörfer, Michael Schmid, Katrin Groshaupt
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